Zwischenstand zum Forschungsprojekt WirkJuBe-Hilfeplanung

Seit Juli 2017 arbeitet das Forschungsprojekt WirkJuBe - Hilfeplanung. In den ersten Monaten beschäftigten neben den Datenerhebungen auch EDV-technische und arbeitsökonimische Fragen die insgesamt vierzehn teilnehmenden Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Nach gut acht Monaten Laufzeit trafen sich alle Beteiligten Ende März 2018 in Bochum nun zu einem internen Workshop „Zwischenstand“.

In einem ersten Schritt wurden in einer konzentrierten und konstruktiven Workshopatmosphäre Hürden und Stärken des bisherigen Projektverlaufs und-erlebens anregend ausgetauscht. Als Hürde wurde der zusätzliche Arbeitsaufwand insbesondere zu Beginn des Projektes erlebt. Der bestand nicht nur darin, zu einem veränderten Team-Verständnis der eingesetzten Begrifflichkeiten in den Fragebögen zu gelangen sondern -durchaus typisch für eine modelhafte Praxisforschung- in den Anfangsmonaten auch in der EDV-technischen Adaption in der eigenen Einrichtung. Als wünschenswert  wird dabei von den Einrichtungen angesehen, das WirkJuBe-Modul perspektivisch in die Standardsoftware der Einrichtungen vor Ort zu integrieren.  Für die Transferphase der Ergebnisse des Forschungsprojektes ist das bereits in Planung. Durch die Art der Erhebung und ihre Inhalte werden nach Aussagen von Fachkräften als Stärke des WirkJuBe - Ansatzes  Partizipation von Kindern und Jugendlichen sowie Selbstreflexion der Fachkräfte unterstützt. Die Hilfeplanung erweitert ihr Blickfeld auf die Capabilities und der Fragebogen erlaubt eine rasche und einfache Bearbeitung (sagen einige der beteiligten Einrichtungen). Gleichzeitig gebe es in bestimmten, selbst auszuwählenden Fallkonstellationen sinnvolle Vertiefungsmöglichkeiten.

Austausch und Praxistipps

In einem zweiten Schritt wurden einige sehr praktische Verbesserungen für die Projektperformance erarbeitet und gleich beschlossen. U.a. wurde die von den Einrichtungen gewünschte Verlängerung der Datenerhebung noch im Workshop in Aussicht gestellt. Sehr praktisch wurde es mit den Hinweisen auf eine Vertiefung der Dokumentation einzelner Aspekte, um anschließend mit den Daten die eigenen Hilfen und ihre Ergebnisse genauer zu verstehen und steuern zu können. U.a. wurden Themen wie der individuelle Umgang mit dem Schulbesuch, die Art der Einbindung der Eltern / Familiensysteme  oder auch die genauere Definition „sozialer Kompetenz“ angestoßen.

Schließlich wurden auch Praxistipps aus der Projektumsetzung einzelner Einrichtungen gegenseitig vorgestellt und mitgenommen. Dazu gehörten neben einem Leitfaden zur SMARTen Zielformulierung auch ein kindgerechter Fragebogen oder ein Verfahrensvorschlag zur Bewertung der Capabilities im Team. Zwischen den Einrichtungen gab es aber auch weitere Hinweise auf hilfreiche selbst entwickelt Materialien, wie z.B. praxisorientierte Leitfäden für Hilfeplangespräche, die untereinander weitergegeben wurden. So profitierten alle direkt vom projektinternen Austausch, nicht zuletzt durch neue persönliche Fachkontakte.

Vorläufiger Blick auf Zwischenresultate

Ein erster, im Workshop detailliert erfolgter Blick auf die bislang vorhandenen Daten zur Ausgangslage innerhalb der Hilfen zur Erziehung sowie zu den bislang erreichten Veränderungen im Bereich der Capabilities, der kindbezogenen und eltern- bzw. umfeldbezogenen Ziele ließen positive Tendenzen erkennen und auf weitere Entwicklungspotenziale schließen. Wirkfaktoren wie Akzeptanz, Mitarbeit und Beziehungsqualität sowohl kindbezogen wie auf die Kooperation mit Eltern scheinen eine hohe, nachweisbare Relevanz zu haben. Und deutlich wurde ebenfalls schon, dass es auf klar und präzise formulierte, zugleich für alle Beteiligten verständliche, realisierbare und d.h. motivierende Ziele ankommt. Auf Grund der Vorläufigkeit dieser Zwischenergebnisse kann an dieser Stelle noch nicht weiter darauf eingegangen werden.

Wie geht es weiter?

Die seit Juli 2017 laufende Erhebung wird bis zum Ende des Jahres 2018 fortgesetzt. Die Ergebnisse zu den Schwerpunktthemen Wirkungen, Indikation, Partizipation, Hilfeplanung und Personal werden wissenschaftlich aufbereitet und anschließend zunächst in einem weiteren projektinternen Workshop mit allen beteiligten Einrichtungen bewertet und auf ihre Schlussfolgerungen für die einzelnen Einrichtungen hin vertieft. Der interne Analyseworkshop ist für Mitte Februar 2019 terminiert.

Im Rahmen eines bundesweiten Fachtages werden die Ergebnisse dann voraussichtlich Mitte des 2. Quartals 2019 der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht und ihr Veränderungspotential für die Kinder- und Jugendhilfe mit der Fachpolitik diskutiert.

Für direkte Rückfragen steht die Projektleiterin Frau Monika Feist-Ortmanns beim IKJ in Mainz gerne zur Verfügung unter: feist-ortmanns@ikj-mainz.de. Weitergehende Hinweise, Ideen zu weiteren Forschungsansätzen sehr gerne direkt an die IZdS: Herr Dr. Michael Seligmann, info@izds.de. Weitere Informationen zum Hintergrund des Forschungsprojektes finden Sie auf unseren Seiten in der Rubrik Jugendhilfe - Forschung sowie direkt beim Forschungsinstitut IKJ in Mainz: https://www.ikj-mainz.de/index.php/wirkjube-hilfeplanung.html

von Dr. Michael Seligmann

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