Wie weit sind wir mit der Wirkungsmessung tatsächlich?

16. Mai 2019, 09.30 (Ankommen) / 10.00 (Begrüßung) – 16.30 Uhr
Veranstaltungsort - Bielefeld, Diakonische Stiftung Ummeln

 

Durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) haben die Aspekte Steuerung und Wirksamkeit der Hilfen eine neue wesentliche Bedeutung für die sozialwirtschaftlichen Leistungserbringer bekommen. Nach den §§ 125 und 128 des BTHG sollen in den künftigen schriftlichen Vereinbarungen zwischen den Leistungsträgern und den Leistungserbringern nicht nur Inhalt, Umfang und Qualität, sondern auch die Wirksamkeit der Leistungen vereinbart werden. Nur weiß bislang niemand, wie das gehen soll und was das für die davon betroffenen Menschen für Konsequenzen haben wird.

Auch im Rahmen des laufenden Dialogprozesses des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zur Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe steht das Thema „wirksames Hilfesystem“ weit oben auf der Agenda. Was das bedeuten kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Die Ökonomisierung des Wirkungsdiskurses in der Sozialwirtschaft greift scheinbar unaufhaltbar um sich. Eine Kopplung von Wirkungsorientierung bzw. Wirkungsmessung im Rahmen der Hilfeerbringung an die Finanzierung der Hilfen bzw. die Ökonomisierung des Wirkungsdiskurses erreicht offensichtlich ein neues Level.

Im Rahmen unserer Fachtagung „Die Wirkung macht´s“ wollen wir gemeinsam mit Ihnen und ausgewählten Fachexpert*innen beleuchten, wie weit wir mit der Wirkungsforschung sind oder wie weit die Wirkungsforschung und die Debatte drumherum mit uns schon gekommen ist.

Beginnen wollen wir mit den Ergebnissen unsere Forschungsprojektes WirkJuBe und der Einordnung seiner Ergebnisse in den derzeitigen Erkenntnisstand zur Wirkungsforschung.

Danach werden wir uns grundsätzlicher mit nicht intendierter Nutzung von Ergebnissen aus der Wirkungsforschung beschäftigen und deren Konsequenzen kritisch auseinandersetzen. Zum Beispiel mit Aspekten einer (absichtlichen) Fehlsteuerung durch ungeeignete Monetarisierung vereinzelter Ergebnisse aus Wirkungsmessungen oder mit neuen, als „wirkungsorientiert“ deklarierten Finanzierungsformen (z.B. Social Impact Bonds).

Im zweiten Teil werden wir aus juristischer Perspektive bewerten, welche Handlungs- und Absicherungsnotwendigkeiten für Leistungserbringer in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe schon jetzt bestehen und welche zukünftig entstehen. Es geht auch um die Frage, wie Leistungserbringer sich schon heute zukunftssicher aufstellen können, ohne das Thema Wirkung fürchten zu müssen.

Danach fragen wir, wie es sich mit der „Messung“ partizipativer Aktivitäten eigentlich verhält. Was ist nötig, um die angestrebte teilhabeorientierte Wirkungssteuerung tatsächlich hinzubekommen? Was und vielmehr auch wer droht dabei, auf der Strecke zu bleiben, wenn an den Wünschen der Adressaten*Innen vorbei die falschen Ziele gemessen werden und wie kann dem vorgebeugt werden?

Zum Abschluss suchen wir mit Ihnen und den Referierenden im Gespräch in kleineren Gruppen den direkten Austausch.

Vorträge

  • Weiterentwicklung der Hilfen zur Erziehung durch die Optimierung von empirisch erwiesenen Wirkfaktoren - Praxisrelevante Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt WirkJuBe und anderen Studien
    Dr. Michael Macsenaere und Monika Feist-Ortmanns - IKJ Mainz
  • Wirkungen messbar machen? Zu einigen Konsequenzen des aktuellen Wirkungsdiskurses
    Dr. Norbert Wohlfahrt – Evangelische Hochschule Bochum
  • Die Einführung von Instrumenten der Wirkungssteuerung durch das Bundesteilhabegesetz und ihre rechtlichen Implikationen
    Dr. Florian Gerlach – Evangelische Hochschule Bochum, IJOS Rechtsanwälte
  • Die Vermessung der Partizipation: Implikationen einer teilhabeorientierten Wirkungssteuerung
    Stefanie Albus - Dipl.-Päd., Universität Bielefeld

Anmeldung

Der Fachtag der Initiative Zukunft der Sozialwirtschaft wird von IJOS organisiert. Eine vorherige Anmeldung mit Anmeldebestätigung ist auf Grund des begrenzten Platzes notwendig.

Zur Anmeldung und zu den Anreiseinformationen geht es hier

Den Flyer zur Tagung können Sie hier herunterladen.

von Dr. Michael Seligmann

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